2007 GLOBAL AWARD FOR SUSTAINABLE ARCHITECTURE
Ins Leben gerufen wurde der "Global Award for Sustainable Architecture" von dem französischen Architekturzentrum "Cité de l’Architecture & du Patrimoine" und "Epamsa" (Établissement Public d'Aménagement du Mantois Seine Aval), unterstützt vom Conseil Régional Île-de-France, mit dem Ziel, nachhaltige Ansätze in der Architektur zu fördern und den Weg zu erforschen, wie der Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung den kreativen Prozess in der Architektur beeinflusst.

Partner des Preises sind:

CIVA International Centre for the City, Architecture and Landscape, Brüssel
DAM Deutsches Architektur Museum, Frankfurt
IABL International Architecture Biennale of Ljubljana
MFA Museum of Finnish Architecture, Helsinki
Università IUAV Venezia

Der mit 25.000 EUR dotierte Preis wird ab 2007 jedes Jahr vergeben und zum Bau eines nach ökologischen Notwendigkeiten entworfenen Gebäudes in jeder der beteiligten 51 Gemeinden von Seine-Aval im französischen Département Yvelines durch den jeweiligen Preisträger führen. Zusammen bilden sie möglicherweise ein «manifesto collection of 21st-century architecture». Finanziert wird das gesamte Projekt von Epamsa (Établissement Public d'Aménagement du Mantois Seine Aval) und dem Conseil Régional Île-de-France.

Den ersten "Global Award for Sustainable Architecture" 2007 erhielt der Voralberger Architekt Hermann Kaufmann. Der Spezialpreis wurde an Balkrishna Doshi für sein architektonisches Lebenswerk verliehen. Nominiert waren neben Kaufmann und Doshi Françoise-Hélène Jourda (Frankreich), Wang Shu (China) und Stefan Behnisch (Deutschland).

Mit dem Spezialpreis ehrt die Jury eine der großen Figuren der Weltarchitektur, den 80jährigen Balkrishna Doshi, der bereits mit Le Corbusier in Frankreich und Indien gearbeitet hatte, als er sein Leben der Pionierabeit auf dem Forschungsgebiet des sozialen Wohnungsbaus und der Stadtplanung widmete. Sein Bestreben ist es, die Kräfte der industriellen Entwicklung so zu lenken, dass sie der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Indiens dienen anstatt sie zu zerstören.

Mit der Verleihung des ersten "Global Award for Sustainable Architecture" an Hermann Kaufmann hebt die Jury das Thema hervor, das sich wie ein roter Faden durch die Arbeiten des 52jährigen österreichischen Architekten zieht: Aus einer Zimmermannsfamilie stammend ist er ebenso kreativer Architekt wie engagierter Bürger und tritt unablässig für ein soziales, ethisches, ökonomisches und politisches Engagement mit nachhaltiger Entwicklung ein. Hermann Kaufmann arbeitet an der Spitze der technologischen Innovation, wobei er minutiös an seinem Streben nach Perfektion in der Konstruktion seiner Bauten festhält, die mit der Strenge des Handwerksmeisters zusammen gefügt sind.

Als Preisträger wird Hermann Kaufmann ein Gebäude mit 300 m2 Fläche bauen, das die Werte der nachhaltigen Entwicklung verkörpern soll. Das Haus, das der Öffentlichkeit zugänglich sein wird und einen Versammlungsraum für Vorträge, Ausstellungen und Workshops sowie Unterkünfte für kleine Gruppen und Einzelpersonen umfasst, soll bereits Ende 2008 fertig gestellt sein. Als Budget sind 400.000 EUR einkalkuliert.

Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 24.04.2018