DAM PREIS FÜR ARCHITEKTUR IN DEUTSCHLAND 2008

Seit dem Jahr 1980 bilanziert das Jahrbuch des Deutschen Architekturmuseums die besten Bauten des jeweiligen Jahres und hat sich längst als unverzichtbares Nachschlagewerk und als Wegweiser durch die aktuelle deutsche Architekturszene etabliert. Neu hingegen ist, dass alle im Jahrbuch vorgestellten Bauten auch in einer Ausstellung präsentiert werden und die besonders herausragende Leistung eines Architekten mit dem „DAM Preis für Architektur in Deutschland“ ausgezeichnet wird. Das Deutsche Architekturmuseum vergibt diesen Preis nun zum zweiten Mal am 16. Januar 2009, Medienkonferenz: Do., 15. Januar 2009, 11 Uhr

In diesem Jahr geht der „DAM Preis für Architektur in Deutschland“ an Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Das vom Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfene Gebäude wurde eigens für das Jahrbuch durch die Architekturfotografin Hélène Binet, London, neu portraitiert. Der „DAM Preis für Architektur in Deutschland“ ist nicht mit einer Geldsumme dotiert. Als Anerkennung für ihre Verdienste um die Baukultur erhalten Architekt und Auftraggeber eine Urkunde und eine Statuette, die das „Haus im Haus“, die zentrale Idee der Ungers’schen Museumsarchitektur, als Miniatur darstellt.

Das Museum Kolumba ist eines von 24 Bauwerken, die von einer Expertenjury für das Jahrbuch des DAM aus insgesamt 90 aktuellen Projekten ausgewählt wurden. Davon wurden 22 Bauten in Deutschland errichtet, teilweise von inländischen Architekturbüros, teilweise von internationalen Architekten wie David Chipperfield (London), Coop Himmelb(l)au (Wien) oder eben auch durch Peter Zumthor (Schweiz), der im Jahrbuch als einziger Architekt mit einem zweiten Projekt vertreten ist, der Bruder Klaus – Feldkapelle in Wachendorf bei Euskirchen.

Neben den 22 herausragenden Vertretern der Gegenwartsarchitektur in Deutschland werden in Jahrbuch und Ausstellung zwei Projekte im Ausland vorgestellt, die von Architekturbüros mit Sitz in Deutschland errichtet wurden. In diesem Jahr wurde der Umbau eines U-Boot-Bunkers von „LIN - Finn Geipel + Giulia Andi“ (Berlin) in St. Nazaire, Frankreich, und ein experimentelles Wohnhaus in Santiago de Chile von „FAR Frohn & Rojas“ (Köln) gewürdigt.

Die 24 Projekte des Jahrbuchs decken ein breites Spektrum der Bauaufgaben ab. Auffällig ist in diesem Jahr die große Zahl von Umnutzungen und Umbauten. Über die Hälfte der Projekte stehen für das immer wichtigere Thema „Bauen im Bestand“. Dass der Preisträger Kolumba ebenfalls zu dieser Kategorie zählt, unterstreicht noch einmal die steigende Wertschätzung dieses Aufgabenfeldes.

Bei den Neubauten wurden so außergewöhnliche Bauaufgaben wie die Münchener BMW Welt von Coop Himmelb(l)au und die neue Sprungschanze in Garmisch-Partenkirchen von „Terrain: Loenhart & Mayr“ in das Jahrbuch aufgenommen.

Das reich bebilderte DAM-Jahrbuch erscheint am 15.12.2008 im Prestel-Verlag. Es wird im Buchhandel für 39,95 Euro, in der Museumsausgabe für 29,95 Euro zu erwerben sein.

Die 24 Projekte der Shortlist sind:

  • Peter Zumthor: Kolumba, Kunstmuseum des Erzbistums Köln
  • Anderhalten Architekten: Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
  • Barkow Leibinger Architekten: Hauptpforte zu einem Firmengelände, Ditzingen
  • Bayer Uhrig Architekten: Häuser für amerikanisches Wohnen, Rodenbach
  • Behnisch Architekten: Haus im Haus, Handelskammer Hamburg
  • Bruno Fioretti Marquez Architekten: Stadtbücherei im Ebracher Hof, Schweinfurt
  • Coop Himmelb(l)au: BMW-Welt, München
  • David Chipperfield Architects: Am Kupfergraben 10, Berlin
  • Hild und K Architekten: Seminar- und Schulungszentrum Akademie Schloss Hohenkammer, Hohenkammer bei München
  • Kaden + Klingbeil Architekten: Wohnhaus E3, Berlin
  • Knerer und Lang, Partnerschaft von Architekten: Sanierung Wohnzeile Prager Straße, Dresden
  • Kühn Malvezzi Architects: Julia Stoschek Collection, Düsseldorf
  • Opus Architekten: opushouse, Darmstadt
  • Muck Petzet Architekten: Lausitz-Tower, Hoyerswerda
  • Realarchitektur: Wohnhaus/Sammlung Boros (Umbau eines Hochbunkers), Berlin
  • Springer Architekten: Museum Luther-Geburtshaus, Eisleben
  • Helge Sypereck : Domschatz Halberstadt, Halberstadt
  • Terrain: Loenhart & Mayr Architekten und Landschaftsarchitekten: Olympiaschanze Garmisch Partenkirchen
  • Prof. O. M. Ungers Architekt: Entréesituation Kaiserthermen, Trier
  • Weis & Volkmann Architektur: Martinszentrum Bernburg, Bernburg/Saale
  • Zanderroth Architekten: Erweiterung Grundschule, Schulzendorf bei Berlin
  • Peter Zumthor: Bruder-Klaus-Feldkappelle, Wachendorf

Deutscher Architekturexport:

  • FAR Frohn & Rojas: Wall House, Santiago de Chile
  • LIN Finn Geipel Giulia Andi Architects Urbanists: Alvéole 14 - Transformation eines U-Boot-Bunkers, Saint-Nazaire
Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 28.11.2014