architekturbild – EUROPÄISCHER ARCHITEKTURFOTOGRAFIE-PREIS 2013

architekturbild, der Europäische Architekturfotografie-Preis, wird seit 1995 alle zwei Jahre ausgeschrieben, seit 2003 vom gemeinnützigen Verein architekturbild e.v., seit 2008 in Kooperation mit dem DAM. Die Arbeiten der Preisträger und der 25 bestplatzierten Teilnehmer werden in einer Ausstellung im DAM präsentiert.

Das Thema der diesjährigen Auslobung lautet »Im Brennpunkt«. Die Abwägung, ob und wenn ja, welches Detail bei der Aufnahme durch Fokussieren hervorgehoben werden soll, zählt in der Fotografie zu den elementarsten Gestaltungsprinzipien. Insofern hat das aktuelle Thema »Im Brennpunkt« für Fotografen geradezu universelle Bedeutung. Es wird empfohlen sich am allgemeinen Sprachgebrauch zu orientieren – also in Richtung von Dingen, Zuständen, Situationen, welche die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen.

Der 1. Preis geht in diesem Jahr an Frank Bayh & Steff Rosenberger-Ochs für ihr Projekt "Die Entwicklung neuer Stadtquartiere im Herzen der City" – so ein Slogan für das Großprojekt Stuttgart 21. "Streifte man im Herbst 2010 einmal durch den mittleren Schlossgarten, so stellte man schnell fest, dass diese Entwicklung längst eingesetzt hat. Sehr wohl ausgelöst durch das umstrittene Großprojekt, aber keinesfalls als Ergebnis dessen Realisierung, hatten Projektgegner dort eine Zeltstadt errichtet. Deren außergewöhnlicher, einfallsreicher, aber auch vergänglicher Architektur möchte die Bildstrecke 'Die Entwicklung neuer Stadtquartiere im Herzen der City' ein Denkmal setzen." F. B. & S. R.-O.

Preise erhalten Stanislaw Chomicki für sein Projekt "Towers", bei dem mit einer Lochkamera die Frankfurter Hochhauslandschaft untersucht wird und Nadia Pugliese für ihr Projekt "Kidron Valley", das die Narben der Geschichte auf diesem für die drei monotheistischen Religionen zentralen Gebiet im Ostteil von Jerusalem zeigt, das zum dreigeteilten Friedhof geworden ist.

Auszeichnungen erhalten Enrico Duddeck für das Projekt "Bundeshauptstadt der Energie", eine Serie zu der Stadt Grevenbroich mit ihren Braunkohlelagerstätten und Kohlekraftwerken, die sie zu einem der zehn dreckigsten Gebiete Europas gemacht haben, Olaf Rößler mit der Reihe "black as pitch", in der er mit einer an die Romantik erinnernden Nacht-Ästhetik den Rückzug der Menschen aus der Landschaft in die Städte reflektiert, und Jörg Winde, der deutsche Bürgermeisterzimmer als Ausdruck des Formempfindens und Präsentationswillens deutscher Stadtoberhäupter untersucht.

Anerkennungen gehen an Christoph Karl Banski, Theodor Barth, Akos Czigany, Akos Czigany, Florian Huth, Tsang Ka Wai (EasonPage), Thorsten Klapsch, Bertram Kober, Sebastian Lang, Deutschland, Joel Micah Miller, Joel Micah Miller, J. Ramón Moreno, Daniel Müller Jansen, Monika Nguyen, Armano Perna, Christof Plümacher, Nicolai Rapp, Stephan Sasek, Simon Schnepp & Morgane Renou (schnepp-renou), Rainer Sioda, Anna Thiele, Christoph von Haussen und Marc Wollmann.

Die Ausstellung IM BRENNPUNKT zeigt alle 2013 prämierten Arbeiten (4. Mai bis 16. Juni), die Jubiläumsausstellung zum 10-jährigen Bestehen des Europäischen Architekturfotografie-Preises DER ZWEITE BLICK zeigt Arbeiten aus den letzten zehn Jahren (4. Mai bis 24. August).

Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 18.12.2017