DAM PREIS FÜR ARCHITEKTUR IN DEUTSCHLAND 2013

Einen profunden Überblick über die aktuelle deutsche Architektur im In- und Ausland bietet das Deutsche Architektur Jahrbuch, das seit über 30 Jahren vom Deutschen Architekturmuseum (DAM) herausgegeben wird. Zum siebrten Mal werden alle Bauten, die in das Deutsche Architektur Jahrbuch aufgenommen wurden, auch mit Fotos und Modellen in einer Ausstellung präsentiert. Architekt und Bauherr des preisgekrönten Projektes erhalten jeweils eine Miniatur, die das Haus-im-Haus von O.M. Ungers' Architekturmuseum repräsentiert.

Gewinner des DAM-Preises für Architektur in Deutschland 2013 ist der Neubau des Kunstmuseums Ravensburg von LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei. Aus dem Kontext des städtischen Umfelds ist das Gebäude als zeitgenössisches, körperhaftes Objekt entwickelt. Die recycelten Ziegel der Fassade verleihen dem Bauwerk gleichzeitig den Duktus des Selbstverständlichen, immer schon Dagewesenen. Die Jury aus Kuratoren, Architekten und Architekturkritikern unter Vorsitz von Max Dudler stimmte geschlossen für diesen wegweisenden Beitrag für das Weiterbauen in der Stadt. Die Jury betonte, dass sich der Neubau harmonisch in den Ort einfügt und dennoch eigenständig und innovativ in seiner Bauweise ist. Eine Architektur, die einen Dialog mit der Tradition des Ortes führt und ihre Verbindung nicht abschneidet (Irene Meissner). Es gibt, so Liudmila Kirpichev, keinen gegenseitigen Widerstreit zwische Lage und Bauwerk. Für den Vorsitzenden der Jury, Max Dudler, ist es schlichtweg eine überzeugende Arbeit. Städtebaulich und architektonisch fügt sich die Skulptur in den historisch geprägten Kontext. Das körperhafte Objekt erschient als von außen nach innen gesamtheitlich wirkender Neubau.

Das Büro LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei wurde 1979 von Arno Lederer gegründet, ab 1985 in Bürogemeinschaft mit Jórunn Ragnarsdóttir und seit 1992 mit Marc Oei. Wichtige Projekte der letzten Jahre waren unter anderem der Temporäre Amtssitz des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe (2011), mit dem das Büro bereits im letzten Jahrbuch vertreten war, das Hessische Staatstheater in Darmstadt (2004) und das sich derzeit im Bau befindliche Historische Museum in Frankfurt a.M.

Das DAM-Jahrbuch 2013\14 ist im Prestel-Verlag erschienen: 208 Seiten, 180 farbige Abbildungen, Deutsch\Englisch. Mit einem Vorwort der Herausgeber Peter Cachola Schmal und Yorck Förster und zwei Essays: unter dem Titel „Die Herausforderung Großprojekte“ stellt Klaus Grewe Überlegungen zu effektiven Planungsprozessen an. Florian Heilmeyer wiederum berichtet über den Bauboom in Georgien zu Zeiten des 2013 abgetretenen Präsidenten Michail Saakaschwili. Erhältlich im Buchhandel und als Museumsausgabe im DAM. Mitglieder der Gesellschaft der Freunde des DAM erhalten das Jahrbuch kostenfrei an der Museumskasse.

Die offizielle Preisverleihung fand am Freitag, den 31. Januar 2014 im Rahmen der Ausstellungseröffnung “DAM Preis für Architektur in Deutschland 2013. Die 22 besten Bauten in\aus Deutschland” statt.

Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 24.04.2018