Brutalismus
EUROPEAN PRIZE FOR URBAN PUBLIC SPACE

Zum neunten Mal wurde 2016 der European Prize for Urban Public Space vergeben, der zum Ziel hat, die Herstellung, Wiederentdeckung und Optimierung von öffentlichem Raum zu erkennen und zu unterstützen, im Bewusstsein, dass der Zustand des öffentlichen Raums ein klarer Indikator für die Gesundheit unserer Städte ist.

Die Stadt ist der Raum, in dem sich einige der Hauptprobleme, mit denen die Gesellschaft von heute konfrontiert ist, in ihrer tiefgreifendsten Form konzentrieren. Die heutige Stadt – seit ihren Ursprüngen den Ideen von Gleichheit, Pluralität und Fortschritt verbunden – steht durch ihr exponentielles Wachstum und eine größere soziale und kulturelle Komplexität vor neuen Herausforderungen. Segregation, unkontrollierter Wohnungsbau, Homogenisierung und Privatisierung des städtischen Raums sind einige der Phänomene, die das Ideal der offenen, pluralistischen und demokratischen Gemeinschaft gefährden, das die europäische Stadt verkörpert.

Der undotierte Preis wird an die Verfasser und Bauherren der von der Jury ausgewählten Projekte gemeinsam vergeben. Die preisgekrönten Projekte, die Finalisten und eine Auswahl der Jury werden im European Archive of Urban Public Space veröffentlicht, wo die besten Projekte seit der Gründung des Preises der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.


PREISTRÄGER
Wiederherstellung des Bewässerungssystems der Spa Gartenanlagen, Caldes de Montbui
Die Obstplantagen rund um die Stadt stehen im Mittelpunkt eines integralen Rekultivierungsprojekts, bei dem das alte Bewässerungssystem wiederherstellt, die landwirtschaftlichen Aktivitäten reaktiviert und ein Fußwegenetz eröffnet wird.

Bauherr: Conselleria de Sostenibilitat i Espais publics, Ajuntament de Caldes de Montbui
Architekten: Cíclica [space, community & ecology] (Marta Serra and Elena Albareda) and Cavaa Arquitectes (Jordi Calbetó)

PREISTRÄGER
Przelomy Dialog-Zentrum Solidarnosc Platz, Szczecin
Ein Platz an dem in den 1970er Jahren sechzehn demonstrierende Arbeiter getötet wurden wurde zum neuen Solidarnosc Platz, gleichzeitig Dach eines unterirdischen Museums zur jüngsten Geschichte einer im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Stadt.

Bauherr: Muzeum Narodowe w Szczecinie
Architekten: KWKPromes Robert Konieczny

LOBENDE ERWÄHNUNG
"Ring of Memory" \ Gedenkstätte Notre-Dame-de-Lorette, Ablain-Saint-Nazaire
Ein elliptischer Baukörper, der über der Landschaft zu schweben scheint, verdeutlicht die Fragilität des Friedens und zeigt die Namen von mehr als einer halben Million Opfer verschiedener Nationalitäten, die ihr Leben während es Ersten Weltkriegs auf dem Hügel Notre-Dame-de-Lorette verloren.

Bauherr: Conseil Régional Nord Pas-de-Calais
Architekten: Philippe Prost AAPP – Agence d'architecture Philippe Prost

LOBENDE ERWÄHNUNG
"Heavenly Hundred" Garten, Kiev
Ein ungenutztes Grundstück wird verwandelt in ein Denkmal für die Opfer der EuroMaidan-Proteste und hat im Alltag die Rolle eines selbstverwalteten Gemeinschafts-Gemüse-Gartens.

Bauherr: Freiwillige der NGO "Misto-sad", Einwohner von Kiev
Architekten: NGO "Misto-sad"

LOBENDE ERWÄHNUNG
Sanierung des Barkingside Town Centre, London
Die fensterlosen Fassaden und das verwahrloste Umfeld einer öffentlichen Bibliothek und eines städtischen Sportzentrums aus den 1960er Jahren erlangen Zentralität und städtischen Charakter durch die Ergänzung einer Loggia in architektonischem Mimikry, die neuen Virginia Gardens und die sanierten Ladenfronten an der angrenzenden Haupteinkaufsstraße.

Bauherr: Greater London Authority, London Borough of Redbridge
Architekten: DK-CM

LOBENDE ERWÄHNUNG
Multiuser Dachkonstruktion, Molenbeek-Saint-Jean
Das monumentale Schutzdach in einem Innenhofgarten bietet Platz für Konzerte, Märkte und umfangreiche Aktivitäten der Bewohner in einem Wohngebiet mit einer komplexen und zersplitterten sozialen Zusammensetzung.

Bauherr: Municipality of Molenbeek-St-Jean
Architekten: BAUKUNST

ANERKENNUNG
Stadt Kopenhagen
Die Jury hat die Preiskategorie geschaffen, um die Verdienste der Stadt Kopenhagen in ihrem beständigen Einsatz für einen öffentlichen Raum, in dem Fahrradfahrer und Fußgänger Priorität haben, zu unterstreichen.

Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 22.09.2017