EUROPEAN PRIZE FOR URBAN PUBLIC SPACE 2012

Der European Prize for Urban Public Space ist ein Wettbewerb im zweijährigen Turnus, der zum Ziel hat, die Herstellung, Wiederentdeckung und Optimierung von öffentlichem Raum zu erkennen und zu unterstützen, im Bewusstsein, dass der Zustand des öffentlichen Raums ein klarer Indikator für die Gesundheit unserer Städte ist.

Die Stadt ist der Raum, in dem sich einige der Hauptprobleme, mit denen die Gesellschaft von heute konfrontiert ist, in ihrer tiefgreifendsten Form konzentrieren. Die heutige Stadt – seit ihren Ursprüngen den Ideen von Gleichheit, Pluralität und Fortschritt verbunden – steht durch ihr exponentielles Wachstum und eine größere soziale und kulturelle Komplexität vor neuen Herausforderungen. Segregation, unkontrollierter Wohnungsbau, Homogenisierung und Privatisierung des städtischen Raums sind einige der Phänomene, die das Ideal der der offenen, pluralistischen und demokratischen Gemeinschaft gefährden, das die europäische Stadt verkörpert.

Der undotierte Preis wird an die Verfasser und Bauherren der von der Jury ausgewählten Projekte gemeinsam vergeben. Die preisgekrönten Projekte, die Finalisten und eine Auswahl der Jury werden im European Archive of Urban Public Space veröffentlicht, wo die besten Projekte seit der Gründung des Preises der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Bei der Jurysitzung am 19. und 20. April 2012 wurden aus 347 Projekten aus 36 europäischen Ländern sechs Preisträger ermittelt. (Bei der letzten Ausgabe 2010 wurden 303 Projekte aus 32 Ländern eingereicht.) Die Preisverleihung findet am 29. Juni 2012 statt.

Ein gemeinsamer 1. Preis ging an folgende Projekte:

Sanierung der Ljublanica:
Ljubljana \ Slowenien, 2011
Autoren: Boris Podrecca, ATELIER arhitekti, URBI, BB ARHITEKTI, ATELJE VOZLIC, DANS arhitekti, TRIJE arhitekti und MEDPROSTOR
Ufersanierung der Ljubljanica im Abschnitt des ehemaligen Stadtzentrums; ein Gemeinschaftsprojekt, das Ressourcen in vielfältigen spezifischen Interventionen bündelt.

Landschaftsgestaltung der Gipfel des Turó de la Rovira:
Barcelona \ Spanien, 2011
Autoren: JANSANA, DE LA VILLA, DE PAAUW, ARQUITECTES SLP und AAUP. Jordi Romero i associats SLP
Landschaftsbau und optimierte Zugänglichkeit zu einem Aussichtspunkt, an dem die Überreste einer Fliegerabwehranlage und die einer später erbauten Barackensiedlung zu sehen sind.

Folgende drei Werke erhielten eine Besondere Auszeichnung der Fachjury:

Exhibition Road:
London \ Vereinigtes Königreich, 2011
Autoren: Royal Borough of Kensington and Chelsea
Eine Hauptstraße in einem Kulturbezirk Londons wurde neu asphaltiert und architektonische Barrieren entsorgt; ein System der „geteilten Flächen“ reguliert den Kfz-Verkehr und schafft einen ausgeglichenen Konsens zwischen Fahrzeugen und Fußgängern.

Denkmal zur Abschaffung der Sklaverei:
Nantes \ Frankreich, 2011
Autoren: Krzysztof Wodiczko & Julian Bonder, Wodiczko+Bonder, Architecture, Art & Design.
An der Loire wurde ein ehemaliger Anlegeplatz für Sklavenschiffe renoviert und ein neuer Spazierweg entlang des Flusses anstelle eines Parkplatzes angelegt; ein Denkmal erinnert an den sklavenhandel aus vergangener Zeit.

Annorstädes \ Elsewhere \ Ailleurs:
Malmö \ Schweden, 2010
Autor: Tania Ruiz
Eine permanente Installation projiziert bewegte Bilder auf die Gleise eines U-Bahnhofes und verkürzt die Wartezeit der Bahngäste.

Außerdem zeichnete die Fachjury folgende Intervention mit “Besondere Kategorie” aus:

Occupy Puerta del Sol:
Madrid \ Spanien, 2011
Eine großangelegte Bürgerdemonstration forderte Verbesserungen im demokratischen System des Landes und besetzte zeitweise einen der berühmtesten Plätze von Madrid.
 

Die unterstützenden Institutionen des siebten European Prize for Urban Public Space sind:

  • Barcelona: Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (Centre of Contemporary Culture of Barcelona – CCCB)
  • Frankfurt: Deutsches Architekturmuseum (DAM)
  • Helsinki: Museum of Finnish Architecture (MFA)
  • London: The Architecture Foundation (AF)
  • Paris: La Cité de l’Architecture et du Patrimoine
  • Rotterdam: Nederlands Architectuurinstituut (NAI)
  • Wien: Architekturzentrum Wien (Az W)

Der diesjährigen Jury gehörten an:

Jurypräsident:
Josep Llinàs, Centre of Contemporary Culture of Barcelona

Jurymitglieder:
Ole Bouman, Direktor des Nederlands Architectuurinstituut (NAI)
Sarah Ichioka, Direktorin The Architecture Foundation (AF)
Juulia Kauste, Direktorin Museum of Finnish Architecture (MFA)
Francis Rambert, Direktor La Cité de l’Architecture et du Patrimoine
Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architekturmuseum (DAM)
Dietmar Steiner, Direktor Architekturzentrum Wien (AzW)

Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 24.04.2018