INTERNATIONALER HOCHHAUS PREIS 2012

Der Internationale Hochhaus Preis 2012 geht an Christoph Ingenhoven\ ingenhoven architects, Düsseldorf und Ray Brown\ Architectus, Sydney, für das Bürohochhaus "1 Bligh Street" in Sydney. Eine internationale Jury aus Architekten, Ingenieuren, Immobilienspezialisten und Architekturkritikern hatte das Projekt aus den fünf Finalisten gewählt, die zuvor aus einem Feld von 26 Nominierten aus 17 Ländern hervorgegangen waren. Erstmals vergab die Jury außerdem eine besondere Anerkennung für die Revitalisierung eines bereits bestehenden Hochhauses an die Deutsche Bank-Türme in Frankfurt am Main von gmp – von Gerkan, Marg und Partner mit Mario Bellini Architects.Die Preisverleihung fand am 15. November 2012 in der Frankfurter Paulskirche statt.

Mit 139 Metern und 30 Etagen bricht das Gewinnergebäude zwar keine Höhenrekorde, setzt aber auf seinem Kontinent neue Maßstäbe hinsichtlich sozialer, kultureller, stadtplanerischer und nachhaltiger Kriterien. »Die Gesamtqualität des Gebäudes ist herausragend. Mit ihrem Entwurf meiden die Architekten das Ikonische, stellen vielmehr die Bedürfnisse der Nutzer – wie etwa den Ausblick aller Büros – in den Fokus«, urteilte die Expertenjury unter Vorsitz des Frankfurter Architekten Prof. Albert Speer. Das "1 Bligh Street" hat eine elliptische Form und liegt leicht gedreht im Straßenraster, so dass alle Büros einen direkten Blick auf den Hafen von Sydney und die Harbour Bridge haben. Als erstes Hochhaus Australiens verfügt es über eine natürlich belüftete Doppelfassade aus Glas. Sie ermöglicht einen optimalen Tageslichteinfall, verringert die Wärmelasten oder -verluste und akzentuiert die homogene, kristalline Gesamtform des Gebäudes. Hauptmieter des Gebäudes ist die Anwaltskanzlei Clayton Utz, die 15 Etagen angemietet hat. Projektentwickler des 2011 fertiggestellten Hochhauses ist die DEXUS Property Group, eines der führenden australischen Immobilienunternehmen.


Die Finalisten 2012 auf einen Blick:

  • The Pinnacle@Duxton (Singapur) von ARC Studio Architecture + Urbanism, Singapur
  • The Troika (Kuala Lumpur) von Foster + Partners, London
  • Eight Spruce Street (New York) von Gehry Partners, Los Angeles
  • 1 Bligh Street (Sydney) von ingenhoven architects, Düsseldorf und Architectus, Sydney
  • Absolute Towers (Mississauga, Kanada) von MAD, Peking

Der international wichtigste Architekturpreis für Hochhäuser richtet sich an Architekten und Bauherren, deren Gebäude mindestens 100 Meter hoch sind und in den vergangenen zwei Jahren fertig gestellt wurden. Die Jury beurteilt die nominierten Projekte nach folgenden Kriterien:

  • zukunftsweisende Gestaltung
  • Funktionalität
  • innovative Bautechnik
  • städtebauliche Einbindung
  • Nachhaltigkeit
  • Wirtschaftlichkeit

„Die Finalisten 2012 zeigen, dass im zeitgenössischen Hochhausbau nicht nur eine Nutzungsverschiebung vom Bürohochhaus zum Wohnhochhaus stattfindet. Darüber hinaus stellen wir einen Länderfokus auf den asiatisch-pazifischen Raum fest“, so Prof. Albert Speer, Juryvorsitzender des IHP 2012. Denn insgesamt vier der fünf nominierten Projekte sind Wohnhochhäuser, zwei davon aus dem asiatisch-pazifischen Raum und zwei aus der traditionellen Hochhausregion Nordamerika.

Der Internationale Hochhaus Preis (IHP) wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main ausgelobt. Initiiert wurde der Internationale Hochhaus Preis 2003 gemeinsam von der Stadt Frankfurt mit dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank. Seitdem wird er in partnerschaftlicher Kooperation vom Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank organisiert und finanziert und im Jahr 2012 zum fünften Mal verliehen. Der Internationale Hochhaus Preis wird für ein Bauwerk vergeben, das exemplarische Nachhaltigkeit, äußere Form und innere Raumqualitäten wie auch soziale Aspekte zu einem vorbildlichen Entwurf verbinden. Planer und Bauherren erhalten gemeinsam den Preis – eine Statuette des international bekannten Künstlers Thomas Demand und ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro.

Die internationale Preisjury 2012 wurde von Albert Speer (AS&P – Albert Speer und Partner, Frankfurt am Main) geleitet. Weitere Mitglieder der Jury waren: Prof. Johann Eisele (Architekt, ES – Eisele Staniek +, Darmstadt), Sigurdur Gunnarson (Bauingenieur, Universität Bergen), Richard Hassell (Architekt, WOHA, Singapur), Felix Semmelroth (Kulturdezernent Stadt Frankfurt am Main), Catherine Slessor (Chefredakteurin Architectural Review, London), Peter Cachola Schmal (Direktor Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main), Thomas Schmengler (Geschäftsführer der Deka Immobilien GmbH, Frankfurt am Main) und Carol Willis (Direktorin Skyscraper Museum, New York), sowie als Stellvertreterin Prof. Annette Bögle (Professorin für Entwurf und Analyse von Tragwerken, HafenCity Universität Hamburg).
 

Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 24.04.2018