Helmut Striffler, Jahrgang 1927, zählt zu den wichtigen deutschen Architekten – auch wenn er sich eher im Hintergrund als im Rampenlicht des aktuellen Architekturdiskurses aufhält. Das mag an der Verhaltenheit seiner Architektursprache liegen. Konsequent in der Tradition seines Lehrers Egon Eiermann wirken Helmut Strifflers Gebäude in ihrer Funktionalität oft streng, eher spröde als gefällig und niemals laut oder modisch. Seine Kirchenbauten der Fünfziger und Sechziger Jahre gehören in ihrer kargen Poesie zum Besten, was in jener Zeit in Deutschland gebaut wurde.
Herausragend ist der Bau der Evangelischen Versöhnungskirche, die 1967 auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau errichtet wurde. Striffler schuf damit ein Mahnmal, ein Bauwerk der Stille, ohne jede Monumentalität, das den Menschen an diesem Ort des Unfassbaren aufnehmen kann.
Nach dem Bau der evangelischen Akademie in Bad Segeberg 1970 verlagerte sich der Schwerpunkt von Helmut Strifflers Arbeit auf öffentliche Bauaufgaben wie das Landgericht und das ÖVA-Haus, beide in Mannheim, oder die Landeszentralbanken in Ludwigshafen, Saarlouis und Speyer. Für seinen Wettbewerbsbeitrag zum Deutschen Pavillon für die Expo in Sevilla 1992 erhielt er den zweiten Preis. Es folgte die Kulturhalle Remchingen mit dem Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Forschung und Technik zur Tageslichtumlenkung sowie weitere Projekte, die zunehmend auch dem Gesichtspunkt der ökologischen Nachhaltigkeit Rechnung tragen. Parallel dazu war Striffler als Hochschullehrer tätig, von 1969 bis 1974 an der TU Hannover, von 1974 bis 1992 an der TH Darmstadt.
Helmut Striffler lebt in Mannheim, seit 1956 arbeitet er dort als freier Architekt. Das DAM zeigte 2002 die Ausstellung Helmut Striffler Architekt – Fotograf Robert Häusser. 2004 wurden große Teile des Werkarchivs von Striffler als Schenkung an das DAM übergeben. Weiteres soll nach und nach folgen. Der Bestand umfasst Pläne, Dokumente und Modelle und wird ergänzt durch eindrucksvolles Fotomaterial, meist von Robert Häusser, der das Werk des Architekten ständig begleitet und dokumentiert hat.
Werklisten zum Bestand liegen vor, die umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung und Inventarisierung steht noch aus.