NEUER MENSCH, NEUE WOHNUNG – Die Architektur des neuen Frankfurt 1925 – 1933

Frankfurt am Main avanciert in den 1920er Jahren zur archetypischen Metropole der Moderne. Die im städtischen Auftrag tätigen Architekten leisten auf vielen Gebieten Pionierarbeit, die der Stadt in den 1920er Jahren weltweit den Ruf als Hochburg der Moderne bescheren und Architektur und Städtebau für Jahrzehnte prägen sollen.

Zu sehen vom 23. März bis Sommer 2019

Frankfurt am Main,1925: Die gemeinsame Vision des Frankfurter Oberbürgermeisters Ludwig Landmann und seines Stadtbaurats Ernst May zielt auf die Umgestaltung der Stadt zur exemplarischen Metropole der Moderne, baulich und gesamtkulturell. Theorie wird zur Praxis. Im Kern des Projekts steht ein beispielhaftes Wohnungs- und Städtebauprogramm von internationaler Ausstrahlung. Die Moderne als Lebensform nimmt in Frankfurt Gestalt an.
Den entscheidenden Impuls gibt das von Ernst May im Oktober 1925 publizierte Bauprogramm über 10.000 neu zu errichtenden Wohneinheiten. Die Architekten des Neuen Frankfurt leisten in der Folge auf zahlreichen Gebieten Pionierarbeit, die international beachtete Vorbilder hervorbringt, wie z. B. die Typisierung familiengerechter Wohnungen, bezahlbare Wohnungsgrundrisse für das Existenzminimum, die erste Standardküche, industrielle Vorfertigung des Rohbaus, funktionales Mobiliar, kindgerechter Schulbau oder integrierte Stadt- und Grünplanung.
Im Hochbauamt der Stadt arbeitet und experimentiert ein international zusammengesetztes Team, so zu finden nur in Frankfurt und am Dessauer Bauhaus. Die Stadt besitzt unter Fachleuten bald ein solches Renommee, dass sich 1929 der 2.Internationale Kongress für moderne Architektur (CIAM) nicht in Berlin oder in Dessau, sondern in Frankfurt versammelt.

Die 300 Quadratmeter umfassende Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums versammelt die Siedlungen und ausgewählte Bauten des Neuen Frankfurt, die den Ruhm der Stadt als Hochburg der Moderne begründeten. Die Ausstellung ist Teil der Kooperation von drei städtischen Museen (Museum Angewandte Kunst, Deutsches Architekturmuseum, Historisches Museum Frankfurt), dem neu gegründeten Forum Neues Frankfurt (betrieben von der ernst-may-gesellschaft e.V.) und der Stadt Frankfurt. Die gemeinsame Initiative stellt den Beitrag der Mainstadt zum Bauhaus-Jubiläum dar.

Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 23.07.2018