Vor einem Vierteljahrhundert wurde das Deutsche Architekturmuseum als erster Neubau in einer Reihe von Ausstellungshäusern am südlichen Mainufer eröffnet. "Es war in jeder Hinsicht ein Pionierprojekt, galt Architektur damals doch nur als begrenzt museumsfähig. Zugleich bedeutet der Umbau einer historistischen Villa für das DAM durch Oswald Mathias Ungers, den damaligen Vordenker der deutschen Architektur, den Startschuss für die Frankfurter Museumsmeile entlang des Mains", schreibt Jürgen Tietz in der NZZ vom 29.10.09 zum Geburtstag. Heute hat sich das Haus mit dem großen D im Namen und dem Standort Frankfurt am Main von der gebauten Architekturtheorie zum lebendigen Knotenpunkt der Ideen entwickelt. Ziel ist es, "die bestehenden Netzwerke weiter auszubauen", so Peter Cachola Schmal, Direktor des Hauses seit 2006, in der NZZ.
Neben zahlreichen großen und kleineren Ausstellungen und Veranstaltungen zu aktuellen lokalen wie globalen Themen spielt das DAM auch eine zentrale Rolle sowohl für den Rückblick und die Bewahrung architektonischer Zeugnisse als auch für den Ausblick auf neue Wege in der Architektur und der Architekturvermittlung.
So umfasst die Sammlung des Deutschen Architekturmuseums heute 200.000 Pläne, Zeichnungen und Skizzen sowie 1.500 Modelle. Zu den wichtigsten Neuerwerbungen der letzten Jahre gehören die Archive von Dominikus und Gottfried Böhm, Peter Kulka und Rob Krier. Die Bibliothek des DAM kann in diesem Jahr ihren zwanzigsten Geburtstag feiern mit über 20.000 Bänden zur Architekturgeschichte von 1800 bis heute.
Die besten aktuellen Bauwerke in und aus Deutschland bekannt zu machen ist das Anliegen des Deutschen Architektur Jahrbuchs, das seit 2007 mit dem "DAM Preis für Architektur in Deutschland" verbunden ist, der in diesem Jahr für die Betriebskantine des schwäbischen Unternehmens Trumpf, von Barkow Leibinger Architekten, verliehen wird. Bereits 1980, vier Jahre vor der Einweihung des Hauses am Schaumainkai, wurde das Jahrbuch des Deutschen Architekturmuseums, wie es damals hieß, aus der Taufe gehoben.
Der DAM Architekturbuchpreis wurde dagegen erst 2009 während der Frankfurter Buchmesse erstmalig verliehen, um herausragende Leistungen auf dem Gebiet der gedruckten Architekturvermittlung zu würdigen. Den renommierten Internationalen Hochhaus Preis lobt das Museum seit 2004 zusammen mit der Stadt Frankfurt am Main und der Deka Bank aus, an weiteren Auszeichnungen wie dem Europäischen Architekturfotografiepreis und dem Global Award for Sustainable Architecture ist das DAM beteiligt.
Mit der aktuellen Ausstellung "BEN WILLIKENS — Das Abendmahl und das DAM" ehrt das Museum den Künstler zu seinem 70. Geburtstag und erinnert an die Eröffnung des Hauses am 1. Juni 1984. Willikens' großformatiges Ölgemälde „Abendmahl“ wurde vom Gründungsdirektor des DAM Heinrich Klotz angekauft und zur Eröffnung des Museums erstmals präsentiert und ist seitdem in vielen Museen der Welt ausgestellt worden. Das erst kürzlich restaurierte Werk feiert ein Wiedersehen mit dem Haus, zusammen mit weiteren groß- und kleinformatigen Werken des Künstlers wird es in einer Ausstellung im DAM präsentiert.
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