Die Diskussion um den Neubau der EZB in Frankfurt, entworfen vom Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au hat lange Zeit die Gemüter erhitzt. „Die EZB zerschneidet die Großmarkthalle“ war in der Frankfurter Rundschau zu lesen. Von einer „Schändung“ sprach gar die FAZ. Am 19. Mai 2010 wurde der Baubeginn mit der Grundsteinlegung besiegelt. In einem Interview in der Sendung „Mikado“ auf hr2 kultur schildert Peter Cachola Schmal, Direktor des DAM, den Entwurf und seine Geschichte und nimmt Stellung zur Bedeutung des Großprojekts zum jetzigen Zeitpunkt.
So sei es durchaus nicht immer sicher gewesen, dass der Neubau realisiert wird: Der Versuch der EZB, einen Generalunternehmer zu finden, hatte zu einem überhöhten Preis geführt. Eine neue, gewerkeweise Ausschreibung hat dann zu angemessenen Ergebnissen geführt.
Die Arbeit von Coop Himmelb(l) sei eindeutig der Sieger unter den 80 eingereichten Arbeiten des Wettbewerbs gewesen, so Peter Cachola Schmal. Die anstosserregende Verbindung zwischen den Hochhäusern und der Großmarkthalle sei dabei erst im Laufe der Überarbeitung des Wettbewerbsbeitrags ein Thema geworden. Der ursprüngliche Entwurf habe zusätzlich zu den Hochhäusern einen „Ground Scraper“ mit dem Volumen der Großmarkthalle zum Main hin vorgesehen und die Großmarkthalle weitgehend unangetastet gelassen. Die von der Bevölkerung gewünschte freie Sicht vom Fluss – ein Novum in der Geschichte – habe dann zur Verlagerung der Volumina geführt, was schlussendlich zur Rettung der Großmarkthalle geführt habe, war diese doch zeitweise vom Verfall bedroht. Die langanhaltenden Diskussionen um den Denkmalschutz haben das Frankfurter Werk Martin Elsaessers, der „nicht zu den ganz großen Modernisten zählte, die jeder kannte“, zudem erst bekannt gemacht.
Die bisher geschätzten Kosten von 500 Mio. Euro für das prestigeträchtige Großprojekt seien angemessen. „Wenn wir eine funktionierende große zentrale europäische Bank wünschen, und diese auch noch in Frankfurt wünschen, werden wir unseren Anteil an den Kosten stemmen.“ Deutschland trage ohnehin nur 20 bis 25 % aller EZB-Kosten. „Eigentlich bringt Europa Geld mit, um hier zu bauen“, so Peter Cachola Schmal.