ZU SCHNELL BEIM ABRISS

In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa kritisierte Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, die Abrisspolitik in Frankfurt und Berlin. "Wir werden in 20 Jahren sagen, dass das nicht die klügste Lösung war", kommentierte er den bereits vollzogenen Abriss des Berliner "Palasts der Republik" zugunsten des Stadtschlosses. "Wir sind zu schnell beim Abriss", kritisierte er. Es wäre weit  "energiesparender und ressourcenschonender" gewesen, den Palast der Republik umzubauen. Auch das Technische Rathaus in Frankfurt könne "der Zeit angepasst werden". Die Diskussion um die Rekonstruktion von Prestigebauten sei jedoch angesichts der immer enger werdenden finanziellen Spielräume ohnehin an einem Wendepunkt.  "Bisher hat es in Frankfurt auch keine öffentliche Diskussionen darüber gegeben, ob der Bürger tatsächlich ein Projekt mit solch großen Summen subventionieren will." Für die Sanierung der Frankfurter Altstadt mit der Rekonstruktion von mindestens sechs historischen Fachwerkbauten werden mindestens 100 Millionen Euro veranschlagt. Dabei werde der Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt die Main-Metropole architektonisch nicht nach vorne bringen. Als beispielhaft bezeichnete Peter Cachola Schmal dagegen den laufenden Umbau der beiden Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt. Es sei eine "geniale" Idee, die "Energieschleudern" bei Beibehaltung der symbolischen Bauten in umwelteffiziente Hochhäuser zu verwandeln.

Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 22.05.2012