Bildungsräume in lokalen Bildungslandschaften
Sa, 26. Februar 2011, 10 – 18 Uhr, Auditorium des DAM
Architektur ist Kunst und profaner Alltag zugleich, sie ist die buchstäbliche „dritte Haut“, die eine unausweichliche Wirkung auf das Leben aller hat. Die Beschäftigung mit der gebauten Umwelt, die Aneignung von Räumen und die Erweiterung von Raumgrenzen, birgt enormes Identität stiftendes Potential, konstitutiv für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Architektur ist das buchstäbliche „weite Feld“ und bietet jede Menge interdisziplinärer Ansätze, Lernen neu zu organisieren – projektbezogen, in neuen Kontexten, an ungewöhnlichen Lernorten; pädagogische Chancen also, die im schulischen Kontext erfahrungsgemäß eher selten oder gar nicht zum Tragen kommen. Gleichzeitig sind Museen noch zu viel „Elfenbeinturm“ und zu wenig „ebenerdiges Haus“ zu dem bildungsferne Schichten und \ oder Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ohne unterstützende Angebote kaum Zugang finden; auch hier bleiben pädagogische Chancen noch vielfach ungenutzt. Längst ist die Ganztagsschule quer durch die Gesellschaft konsensfähig, ihr Ausbau verändert die lokalen Bildungslandschaften grundlegend und die Kooperation mit außerschulischen Partnern spielt eine wachsende Rolle. Diese Chance wiederum sollten sich Museen nicht entgehen lassen, ihren Bildungsauftrag ein wenig entstauben und den Elfenbeinturm gezielt verlassen, um über „aufsuchende kulturelle Bildung“ auch diejenigen zu erreichen, für die kulturelle Teilhabe nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder erarbeitet und gestärkt werden muss. Die Tagung möchte neue Konzepte von Architekturvermittlung vorstellen und diskutieren und nicht zuletzt die Schwierigkeiten thematisieren, Kooperationsbezüge zwischen Institutionen, die nach ganz unterschiedlichen Mustern und kulturellen Eigenarten funktionieren, tragfähig und nachhaltig zu gestalten.
Die Tagungsgebühr beträgt € 45 inklusive Getränke und Mittagsimbiss, € 25 für Referendare und Studierende. Lehrer \ innen erhalten 10 Leistungspunkte; Architekten und Architektinnen erhalten 2 Fortbildungspunkte.
PROGRAMM
09.30 \\ ANMELDUNG
10.00 \\ ERÖFFNUNG
PETER CACHOLA SCHMAL, Direktor DAM
CHRISTINA BUDDE, Kuratorin Architekturvermittlung DAM
VORTRÄGE
10.30 \\ PROF. DR. RIKLEF RAMBOW,
Fachgebiet Architekturkommunikation, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Architektur wahrnehmen, denken, vermitteln – Grundlagen der Architekturvermittlung
11.15 \\ PROF. DR. THOMAS COELEN, Universität Siegen
Ganztagsschule und Architektur – Bildungslandschaften und Städtebau Ganztagsschule und die Relevanz von Bildungspartnerschaften oder wie bringt man zusammen, was eigentlich nicht zusammen passt?
BLITZLICHT AUS DER SCHULE
12.00 \\ ANNE WEHR, Schulleiterin Pestalozzischule, Frankfurt \\
INGO WIRTH, Kunstlehrer \ Fachleiter am Studienseminar für Gymnasien, Frankfurt
Außerschulische Partner: Störfaktoren oder Bereicherung?
12.30 – 13.30 \\ MITTAGSPAUSE
PROJEKTPRÄSENTATIONEN ARCHITEKTURVERMITTLUNG — WARUM EIGENTLICH? UND WAS ÜBERHAUPT? UND WIE GEHT DAS?
13.30 \\ ARNE WINKELMANN, DAM \ Kuratorenwerkstatt, Frankfurt
14.00 \\ PÄIVI KATAIKKO, JAS, Jugend Architektur Stadt e.V., Essen
14.30 \\ LAURENT TARDIEU, bureau baroque, Bordeaux
15.00 \\ ANNA BAUREGGER, Sommer-Hoch & Tiefblau, Architektur mit Kindern, München
15.30 – 16.00 \\ KAFFEEPAUSE
16.00 \\ WOLFGANG RICHTER, ATS, Architektur – Technik + Schule, Salzburg
16.30 \\ ROLF TOYKA, Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Wiesbaden
ABSCHLUSSRUNDE
17.00 \\ Die ideale Bildungslandschaft?!
AUCH EIN RESÜMEE
17.30 \\ „Triadisches“ Ballett – Film über ein Projekt mit Schüler\innen der Bettinaschule in Frankfurt
Weiterführende Informationen: