FRANZ ROECKLE BAUTEN 1902-1933

Buchpräsentation
Do, 15. März 2018, 11:00 Uhr, Auditorium des DAM

„Franz Roeckle Bauten 1902-1933“
Die im Verlag Hatje-Cantz erschienene Monografie liefert ein umfassendes und kritisches Bild über Person und Werk.
Mit Beiträgen von Cornelia Kolb-Wieczorek, Christoph Jobst, Wolfgang Voigt, Hubertus Adam, Florin Frick und Peter Geiger.
Herausgegeben von Hanna Roeckle, Peter Zimmermann und Marianne Hilti-Roeckle.
175 Seiten, 254 Abbildungen, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-7757-4089-0 , im Buchhandel 39,80 Euro

Begrüßung:
Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architekturmuseum

Wolfgang Voigt und Cornelia Wieczorek sprechen über das Werk Franz Roeckles und über die Entstehung der Publikation.

Der Architekt und sein Werk
Franz Roeckle (1877–1953), ein Schüler von Theodor Fischer und Paul Bonatz, wurde 1906 durch seinen Siegerentwurf im Wettbewerb um die Westend-Synagoge in Frankfurt bekannt. 1908 ließ er sich mit eigenem Büro in Frankfurt nieder, 1910 konnte die noch heute bestehende Synagoge, Roeckles wichtigstes Werk, eingeweiht werden. Bis in die 1920er Jahre war Roeckle nicht nur einer der führenden Architekten der Stadt, er wurde auch mehr als seine Kollegen mit Bauten jüdischer Bauherren betraut.
Von Roeckle stammt u. a. der erste Bau des Instituts für Sozialforschung, die Keimzelle der „Frankfurter Schule“ (1924). In der Periode des „Neuen Frankfurt“ gehörte Roeckle zu jenen Architekten, die sich der Moderne Ernst Mays anschlossen und mit bedeutenden Siedlungen zu dessen Erfolg beitrugen (z. B. Heimatsiedlung im Stadtteil Niederrad).
Mit dem Ende der Periode des „Neuen Frankfurt“ infolge der Weltwirtschaftskrise vollführte Roeckle eine verstörende Wende: Er kehrte in seine Heimat Liechtenstein zurück, löste sich von der Moderne und versuchte durch Beteiligung an einer kriminellen Gewalttat, die Anerkennung der ab 1933 in Deutschland regierenden Nationalsozialisten zu gewinnen.
Auf der einen Seite ein über alle Zweifel erhabenes gebautes Werk, auf der anderen eine problematische Persönlichkeit.

Franz Roeckle im DAM
Der aus einigen Zeichnungen und Plänen und einer reichen fotografischen Dokumentation bestehende Nachlass des Architekten gelangte 2017 als Schenkung ins Archiv des Deutschen Architekturmuseum. Das DAM bedankt sich bei den Familien Roeckle und Hilti für die großzügige Schenkung.

Im Anschluss an die Buchpräsentation bittet das DAM zu Tee und Kaffee ins Café im DAM.

Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 19.02.2018