STADTplus – DIE STADT + DER FEMINISMUS

Wie die Frauenbewegung Frankfurt bewegt(e)
Mittwoch, 4. Oktober 2017, 19 Uhr, DAM Auditorium

DÖRTHE JUNG, Sozialwissenschaftlerin und Autorin

Es waren ungewohnte Stadtbilder für die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, als in den 1970er Jahren Frauen laut protestierend gegen den §218, der ihnen das Recht auf Abtreibung und Selbstbestimmung über ihren Körper verwehrte, auf die Straßen gingen. Aber das war erst der Anfang. In den folgenden zwei Jahrzehnten bewegte zunehmend die Dynamik des feministischen Protests die Stadt: In vielen Stadtteilen eröffneten Frauenzentren, die sich zum Mittelpunkt des Protestes entwickelten; der Frauenbuchladen und das Stadt-Magazin „Frankfurter Frauenblatt“, viele Frauenprojekte wurden gegründet. Bundesweite Ereignisse wie z.B. 1974 ein Frauenkongress an der Universität mit über tausend Teilnehmerinnen machte deutlich, dass es sich bei dem Kampf der Frauen nicht um eine Eintagsfliege handelte. Denn die damalige Frauengeneration hatte „die Schnauze voll“, sie ließ sich nicht mehr in das patriarchale Korsett weiblicher Lebensplanung der Nachkriegszeit zwängen, pochte auf mehr Rechte und Freiheit. Sie rebellierte gegen frauenfeindliche Gesetze, gegen das seinerzeit gängige Modell der Hausfrauenehe und das Recht des Ehemannes zur Vergewaltigung in der Ehe.
Schockierte die neue Frauenbewegung zunächst die Frankfurter Stadtgesellschaft, so veränderte sie sie aus heutiger Sicht nachhaltig. Spuren dessen, was seinerzeit erkämpft wurde, finden sich heute überall in der Stadt. Niemand sieht ihnen mehr den langen Weg des politischen Frauenkampfes an. Einige Etappen dieses Weges lässt Dörthe Jung in ihrem Vortrag noch einmal lebendig werden.

VORTRAG \ FÜHRUNG \ GEÖFFNET BIS NEUN
Immer mittwochs, Beginn 19 Uhr
1\2 Stunde Vortrag, 20 Uhr Ausstellungsrundgang
Museum geöffnet bis 21 Uhr, Eintritt 7,50 Euro \ 5 Euro ermäßigt
 

Herausgeber: © Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43, 22.01.2018